Informationen zur "Turmtour"

                                                   Foto © Peter Hirth für "Die Zeit"

"Die Turmtour - Weißer Hirsch" nach Uwe Tellkamps Roman

Ein Streifzug durch das noble Villenviertel Weißer Hirsch, verbunden mit einer Spurensuche nach den Orten und Personen des Romans "Der Turm" von Uwe Tellkamp. Auch wenn Sie das Buch (noch) nicht gelesen haben, können Sie aus der Tour Gewinn ziehen und sind vielleicht zur anschließenden Lektüre animiert.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die "Turmtour" zu erleben:

a) die individuelle Turmtour nur für Sie und Ihre Gäste nach individueller Terminvereinbarung 

b) die Teilnahme an einer öffentlichen Turmtour, hier schließt man sich nach Anmeldung einer Gruppe an 

c) das Verschenken eines Gutscheines

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a) Individuelle Turmtour

- für Einzelgäste und Gruppen bis ca. 30 Personen, ca. 2 Stunden - ab 85 Euro / Führung 

Treffpunkt nach Vereinbarung

   

b) Termine öffentlicher Turmtouren 2016

Sonntag, 6. November 2016, 11-13 Uhr öffentliche Turmtour (p.P.  12 Euro) 
Die klassische Turmtour über den Weißen Hirsch endet nach ca. zwei Stunden wieder am Ausgangspunkt.

Treffpunkt: Bautzner Landstraße/ Ecke Stechgrundstraße

Mittwoch, 28. Dezember 2016, 14-18 Uhr öffentliche weihnachtliche Turmtour (p.P. 22  Euro)

Diese Tour startet mit der Standseilbahn-Bergfahrt und führt über den Weißen Hirsch auf den Spuren des Romans. Nach ca. 2 Stunden wird eine kleine Aufwärmpause auf dem Konzertplatz eingelegt, ehe wir zur privaten Villa Rosenhof spazieren, wo diese Tour bei romantischem Weihnachtsfeuer, Glühwein, Stollen und Gesprächen Ihren Ausklang findet. Über eine alte Winzertreppe erreichen wir wieder den Ausgangspunkt. Treffpunkt: BuchHaus Loschwitz, Anmeldung erforderlich

Die Villa Rosenhof zur weihnachtlichen Turmtour 2010 

Die ins Winterkleid gehüllte Villa Rosenhof  

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zu c) Gutscheine

Gerne stelle ich auch Gutscheine für die Turmtour aus:

1. für die Teilnahme an einer öffentlichen Turmtour, ca. 2 h, 14 Euro p.P. (nur termingebunden für die o.g. Daten)

2. für die Teilnahme an der weihnachtlichen Turmtour, ca. 4 h, 24 Euro p.P. (nur termingebunden für den Mi. 28.12.16)

3. für eine individuelle Turmtour nur für Sie oder Ihre Gruppe zum Wunschtermin, 2 Stunden, ab 90 Euro, abhängig von der Personenzahl.

Zusätzlich zum Gutschein empfehle ich das Verschenken des aktuellen MERIAN Dresden Heftes (Dezember 2013 erschienen, 7,95 Euro) in dem diese Tour vorgestellt wird. www.merian.de 
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Die Agentur www.allegro-dresden.de bietet ein Silvester-arrangement an, bei der auch meine Turmtour am 1.1.17 Bestandteil der Reise ist.

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Medienecho zur Turmtour

Die Turmtour hat ein erfreuliches überregionales Medienecho gefunden. So berichteten zu Beginn vorrangig die Feuilletons, später zunehmend die Reiseredaktionen. Berichte fanden sich in der "ZEIT" (26.8.10 und 2.9.10), der F.A.Z. (13.8.09), im Tagesspiegel (1.8.10,15.11.10), auf SpiegelOnline (26.8.10), im Deutschlandfunk (15.11.09), auf ARTE (13.12.10), NDR-Kultur (7.2.2009), 3Sat (21.9.10), "Die Welt" (26.9.10), Welt am Sonntag (14.11.10 und 13.2.11), Nordkurier (22.11.10) Berliner Morgenpost (20.2.11), MERIAN (Dezember 2013), Internetblog Stipvisiten (22.11.12). Einige Links finden Sie hier:

http://www.tagesspiegel.de/zeitung/hirsch-zum-weissen/1894022.html 

http://www.welt.de/print/wams/reise/article12524566/Zwischen-Turm-und-Schwebebahn.html

http://www.zeit.de/2010/35/DOS-Dresden

http://stipvisiten.de/2012/11/der-turm-eine-spurensuche/

http://www.spiegel.de/reise/deutschland/literatur-touren-durch-dichters-lande-a-712346.html

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     Die Bühnenfassungen von "Der Turm" liefen auf mehreren deutschen Schauspielbühnen sehr erfolgreich: im Staatsschauspiel Dresden, im Staatstheater Wiesbaden, im Hans-Otto-Theater Potsdam und im Anhaltischen Theater Dessau. Im Staatstheater Darmstadt gastierte im Februar 2012 die Wiesbadener Fassung. Die Dresdner Bühnenfassung lief am 14.2.11 im Fernsehen auf Arte und am 25.8.12 auf 3sat. Seit März 2015 läuft die Düffel-Fassung im Theater Schwerin.

Rezensionen zu Bühnenfassungen:

www.welt.de/kultur/article9886091/So-schnell-rast-Tellkamps-Turm-ueber-die-Buehne.html

http://www.zeit.de/2010/40/Schauspielhaus-Dresden

http://www.arte.tv/de/Die-Welt-verstehen/arte-journal/nav/3595544.html

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Wohnen Sie in einer authentischen "Turmvilla": Haus Ulenburg (S. 967 erwähnt)

[Ulenburg-Home]

www.loar.de/villaherzog/der_turm.html 

"Ostromfans" wohnen hier: www.ferienwohnung-dresdenblick.de

Chronologisch geordnete Berichte zum Thema, neuere zuerst

Juni 2016 Am 21.Juni feierte Hochtouren Dresden sein 10-jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass gab es eine kleine Feier mit Freunden und Kollegen im KulturHaus Loschwitz. Uwe Tellkamp bereicherte den Abend durch eine halbstündige Lesung aus "Lava" und Ernst Hirsch zeigte zwei Filme aus dem Dresden der 1980er Jahre.

April 2016 Kürzlich fand im Rahmen des 800-jährigen Jubiläums von Kreuzchor-Kreuzschule und Kreuzkirche daselbst ein "Forum Literatur" statt. Auf dem Gesprächspodium traf ich mit den Autoren Ingo Schulze und Uwe Tellkamp zusammen, den Abend moderierte Susanne Dagen.

                   

Januar 2016 Uwe Tellkamp liest am 31.1.16 um 18 Uhr in Görlitz, Kaisertrutz aus "Der Turm"

Januar 2016 Nicht nur für Lehrer interessant dürfte ein neues Heft von Christiane Althof sein, welches als Handreichung für die Behandlung des Buches in Abiturklassen ist. Darin ist auch die Verschriftlichung des Turmtour-Reportage, die Frau Schielke für den DLF-Sonntagsspaziergang mit mir unternahm, zu finden. (Schöningh-Verlag)

10. Juli 2015 Im Moment ist ein Veröffentlichungstermin für "Lava" noch nicht bekannt.

3. Oktober 2014 Literarischer Essay von Uwe Tellkamp über die Fortschreibung von "Der Turm" im Tagesanzeiger (Schweiz) und in der Berner Zeitung

Quelle: http://www.bernerzeitung.ch/kultur/buecher/Wendezeit-Eastern-Time/story/13034505 

Wendezeit. Eastern Time

Ein literarischer Essay von Uwe Tellkamp. 

«Der Turm», der grosse Roman über die deutsche Wende vor 25 Jahren, geht weiter: Hier erzählt der Dresdner Schriftsteller, was aus seinen Hauptfiguren nach 1989 geworden ist.
Wenn ich an die Wendezeit denke, die bis heute nicht vergangen ist, denke ich an Christian, meinen wohl besten Freund, Medizinstudent in Leipzig, der in den Dezembertagen 1989 auf dem Weg nach Siebenbürgen in Bukarest in die blutige Revolution geriet, in einer Wohnung von einer Hochzeitsgesellschaft aufgenommen wurde und in der Nacht darauf, während Schüsse fielen und die Universitätsbibliothek brannte, in einem von singenden und tanzenden Flüchtlingen besetzten Kino Bud Spencer als Aladin auf einem Plakat sah.

Ich denke an Fabian, der in jener Zeit Filmvorführer am Kino Babylon in Berlin war und Western über alles liebte. Denn niemand ermisst, was es für einen Jungen bedeutet, das Gesicht Lee van Cleefs zu sehen. Vielleicht nicht einmal der Junge selber. Muriel, seine Schwester, Insassin eines Jugendwerkhofs, Schneiderin im Atelier Lukas im Viertel meiner Kindheit und später an der Laterna magika in Prag. Steffen, genannt Pfannkuchen, Schmied und Artist am Staatszirkus; Judith, die sich von der Schriftstellerin zu einer der Sprecherinnen der Bürgerbewegung und einer ­radikalen Bekämpferin der Staatssicherheit entwickelte; Anne, Christians Mutter, die sich von ihrem Mann Richard trennte und nach Berlin in die Politik ging, um als Volkskammerabgeordnete und Ministerin die neue Zeit mitzu­gestalten.

Wann begann die neue Zeit? Im Totensommer 1989, als eine Marienkäferplage über die Ostseestrände hereinbrach und das Land in Agonie lag, zugleich über Budapest, Prag, Warschau Tausende von Menschen flüchteten? Mit der Ausbürgerung Wolf Biermanns, dem Amtsantritt Gorbatschows und seiner Verkündigung von Glasnost und Peres­troika? Begann sie mit einzelnen Aktionen wie der Selbstverbrennung des Oskar Brüsewitz, die tief ins Land wirkte? In Leipzig in der Nikolaikirche, am 9. Oktober mit der bis dahin grössten Montagsdemonstration? Am 8. Oktober in Dresden mit der Gründung der Gruppe der 20 und vorher mit den Ausreise­zügen von Prag, den Prügelorgien am Dresdner Hauptbahnhof? Oder in Plauen am 7. Oktober? Die Historiker und die Heldenstädte streiten sich darüber.

Wohin wollte der Westen?

Anne und Judith standen in der Nacht des 9. November am Grenzübergang Bornholmer Strasse und sahen den nach Westberlin drängenden Menschenmassen zu, Judith skeptisch und enttäuscht, Anne euphorisch. Sie tanzte mit einem eleganten Mann, der sie nicht vergessen und ihr wiederbegegnen würde, Wessi aus dem Ruhrgebiet, Mitarbeiter im Wirtschaftsstab des Kanzlers, später bei der Treuhand. Christian und seine Freunde fuhren in einem der vollgepackten Züge nach Berlin, bekamen Begrüssungsgeld, schlenderten über den Kudamm zum KaDeWe, um sich an Obst und Schokolade und Kaffeebohnen und Landkarten zu berauschen. Und dabei zu lernen, dass sie Ossis waren und es vielleicht für immer bleiben würden.

Leipzig, Vierbettenzimmer im Wohnheim an der Nürnberger Strasse, von dem der Putz bröckelte. Gemeinschaftsduschen und getrocknete Spaghetti – Garproben – an den Decken der Gemeinschaftsküchen. Der sogenannte Balkanflur voller Paprikaschnüre und Titobilder. Christian wohnte im Afrikaflur. Eines Nachts spielte er im Präpariersaal der Anatomie für die Leichen eine Cellosuite von Bach. Der Uniriese, das Hochhaus, in dem sich heute der MDR befindet, warf sein Positionslicht in die Leipziger Braunkohleluft. Im Seminargebäude mit dem Spekulatius, der riesigen Marx-Bronze an der Fassade, fanden Saalschlachten und Diskussionen um den Kurs der neuen Zeit statt. Ein revolutionärer Studentenrat wurde gegründet. Kurt Biedenkopf hielt Vorlesungen über Marktwirtschaft und Recht. Kaufte in der Franz-Mehring-Buchhandlung Goethestrasse fuderweise Bücher, um kennen zu lernen, was die Leute hierzulande lasen. Darunter «Wir kochen gut» aus dem Verlag für die Frau. «Wohin gehst du?», fragt Larry (Mario Adorf) Billy (Giuliano Gemma) im Westernklassiker «Amigos». «Ich weiss es nicht!», ruft Billy. Und Larry: «Dahin will ich auch!» Die Mehrheit des ostdeutschen Volks wusste sehr wohl, wohin sie wollte: in den Westen. Aber wohin wollte der Westen?

Fabian ging durch den Prenzlauer Berg. Er trug einen Hut wie Franco Nero als Django, eine Smith & Wesson aus Babelsberger Requisiten und einen Staubmantel wie die überlebensgrossen Gunmen aus den Leone-Filmen, mit Mottenlöchern. Statt der Wanted-Plakate Stullenbüchse und Kaffeeflasche in den Taschen. Die langen schwarzen Locken hatte er mit einer Haarklemme seiner ersten Liebe gebändigt, damit sie nicht in die drehenden Teile der Vorführmaschinen gerieten. Das Babylon hatte im Januar gebrannt, vielleicht hatte der alte Sulke, der die Tillandsien und die Samurais liebte, ein Streichholz an seine Sammlung Nitrofilme gehalten, aus Verzweiflung über die neuen Zeiten, die der Stille und der Langsamkeit nicht mehr zugetan sein würden, oder weil die Philips-Kinoorgel defekt war, oder ein Feuer manchmal eben nötig.

Koffer von Gestapo-Opfern

In der F-er Strasse, in Gagarins schwarz-roter Wohnung, gab es einen freien Radiosender; an den Turntables sass eine Zeit lang Robert Hoffmann, Christians Bruder, der mit Anne zunächst in einem Zimmer in der Ruschestrasse, ehemaliges Stasiledigenwohnheim, dann in der Nachbarschaft von Fabian in einer Wohnung lebte, die aus durchgefaulten Dielen, kaputten Fenstern, Klo halbe Treppe (eine Handgranate, gefunden in den Labyrinthen unter Berlin, baumelte an einer Schnur von der Decke) und übereinandergepressten Müllschichten bestand. Der Sender, Frequenz Meo genannt nach einem Stamm unzähmbarer Bergurwaldbewohner, spielte Feeling B, Herbst in Peking, Sandow, Silly, Rosa Extra, Die Firma; das Ausbildungsradio M94/5, das FM4 von Ostberlin.

Christian zog zu einem Kürschner an den Brühl. Der Kürschner schwang das Tanzbein, erklärte Christian die Rauchwaren, war den Frauen noch mit über achtzig zugetan («Sie saugen mich aus, aber ich lächle!») und öffnete eines Nachts seine Dachbodenkammer, die voller unausgepackter Koffer der Leipziger Firma Mädler stand: «Von denen, die der Gestapo nicht entkommen sind.»

Hotel Astoria in Leipzig. Die Mitglieder des Zentralkomitees der Einheitspartei verhielten sich höflich und zuvorkommend. Sagte Babsi, Christians Kommilitonin, die im Astoria gutes Geld verdiente. Die Conquistadoren, die über Leipzig hereinbrachen und im noblen sogenannten Protokollhotel, das kaum ein ostdeutscher Sterblicher vor 1989 von innen sah, Station machten, bestellten sich Babsi zum Frühstück. Sie schloss für Christian und seine Freundin Reina ein Zimmer voller Pelze auf (es war die Woche der berühmten Leipziger Pelzauktionen); denn Reina liebte nicht nur Christian, sondern auch die Pelze. Einen der ruinierten Zobel, das Stück für 1000 D-Mark, nahm sie mit.

Anne zog für die Bürgerrechtler in den Wahlkampf. Renovierte die Wohnung. Sass im Bürgerbüro und kümmerte sich um die Waschkörbe voller Briefe und die Anliegen der Besucher. Hob mit Judith Stasilager aus. Gründete eine Zeitung. Der elegante Mann, inzwischen in Ostberlin, begegnete ihr wieder. Er arbeitete für die Allianz, das christlich-konservative Bündnis. Anne und er stritten sich. Seine Meinungen waren nicht alle schnell gefasst oder unbegründet. Die Klischees über Ostdeutschland und die Ossis legte er ab, als er beides näher kennen lernte. Er hatte Lebensart und die Welt gesehen. Er interessierte sich für Systeme. Verwaltung und Verwaltungsorganisation, politische Ordnungen, Wirtschafts- und Ideengeschichte. Er hatte dazu Hennis in Freiburg gehört, ein bundesweit angesehenes Kolleg. Nun galt es, aus einem Staatskörper ein altes System herauszureissen wie ein Nervengeflecht und ein neues einzupflanzen.

Und nicht nur das, auch neue Blutgefässe, eine neue Leber; er sprach von den Trinkgewohnheiten so mancher sowjetischer Politiker, die ihm begegnet waren. Anne faszinierte ihn. Eine der starken, freien, ihr Leben in die eigenen Hände nehmenden ostdeutschen Frauen, die Politik machten und für ihre Vorstellungen, für ihre Ideale kämpften. Starke Frauen, die auch noch geliebt werden wollen, spottete Anne. Ihren Tanz in der Nacht des Mauerfalls konnte er nicht vergessen. Sie war von ihm angezogen, denn intensive Auseinandersetzung hat auch etwas Verbindendes.

Der D-Mark an den Hals geworfen

Judith träumte von einem wahrhaften Sozialismus, von einer menschlichen Gesellschaft, die das befreite ostdeutsche Volk nun aufbauen könne. Aber die Mehrheit des Volks dachte anders. Die Bürgerrechtler, Vorreiter der Revolution, wurden am 18. März 90, dem Wahltag, an den Rand der Ereignisse gespült. Judith war von ihrem Volk enttäuscht, es hatte sich dem Kanzler und der D-Mark an den Hals geworfen, hatte die Banane gewählt. Es ging nicht um Bananen, antwortete das Volk, es ging um die Wurst. Die neue Volkskammer zog in den Palast der Republik. Sie bestand aus Pfarrern, Arbeitern, Ingenieuren, Rechtsanwälten, Bauern, Hausfrauen, Lehrern, Studenten, Ärzten, Angestellten, einem Querschnitt der Bevölkerung. Es herrschte Basisdemokratie, der Sinn von Geschäftsordnungen und Fraktionsführung leuchtete bald ein.

Die Angehörigen der ersten frei gewählten Volkskammer standen um fünf oder sechs Uhr morgens auf und kippten gegen ein oder zwei Uhr nachts in ihre Betten. Anne, gelernte Krankenschwester, wurde Ministerin nach einem Anruf vom Ministerpräsidenten, eine halbe Stunde bitte Bedenkzeit. Der Ministerpräsident wirkte neben dem Kanzler schmal und intellektuell; er war ein Mann, den Bonn nicht lange unterschätzte. Hin und wieder holte er seine Bratsche aus dem Koffer und spielte fürs Haus. Die Zuhörer dachten dann, er sei verrückt geworden. Seine Minister, und nicht nur sie, hatten anfangs keine Büros. Sie hatten, woher auch, keine Ahnung von den westlichen Gepflogenheiten der Politik. Von der Tücke der Verwaltung und der juristischen Absicherung politischer Entscheidungen. Was sie hatten, waren fähige und findige Mitarbeiter aus Ost und West. Sie hatten zu improvisieren gelernt. Es gab kaum Computer, und wenn, kaum jemand, der sie bedienen konnte. Telefonanschlüsse waren eine Katastrophe oder schlicht nicht vorhanden.

Muriel war in Prag. Dorthin war sie mit Fabian und Alexandra, der Tochter des SED-Bezirkssekretärs Barsano, im Sommer 1989 geflüchtet, ins Palais Lobkowicz. Kurz vor der Öffnung der Botschaft am 30. September hatte sie einen ihrer Wärter aus dem Geschlossenen Jugendwerkhof Torgau entdeckt, konnte den Aufenthalt nicht mehr ertragen und verliess, dem Angebot eines Anwalts folgend, mit ihrem Bruder Fabian die Botschaft. Aber sie kehrte nach Prag zurück. Die Prager Bürgerrechtler hatten ihr Quartier an der Laterna magika, dem berühmten Prager Avantgardetheater, aufgeschlagen. Muriel vermittelte Kontakte zur bundesdeutschen Botschaft, schneiderte für das Theater, wohnte in Smíchov bei Freunden in der Wassergasse, Nähe Staropramenbrauerei. Es hiess, ein weisser Wal lebe im Staropramenbier. Wassermänner sowieso; abends tauchten sie durch die Moldau ins Rudolfinum, um dort Smetanas Geister zu treffen. Das war noch bevor die Amerikaner in Prag einrückten, um es zu einem zweiten Montmartre zu machen, und bevor VW-Manager, die Clausewitz’ «Vom Kriege» lasen, Joint Ven­tures mit Škoda vereinbarten. Lenka Reinerová lebte noch, Doyenne der Prager deutschsprachigen Literatur. Muriel hörte abends den hitzigen Diskussionen der Philosophen um Václav Havel und Jiří Dienstbier zu, Philosophen, die als Gabelstaplerfahrer gearbeitet hatten oder, wie der Dichter Bohumil Hrabal, als Altpapierpacker. Sie wollte zum Zirkus, wusste, über Christian, von Pfannkuchen. Im späten Frühling 1990 ging sie zu ihm, als der Staatszirkus eine Tournee durch die zerfallende Sowjetunion antrat, auf der er stecken bleiben würde, irgendwo in Russland, wo ein Chapiteau und Wohnwagen noch etwas bedeuteten, aber nichts mehr wert waren.

Die grösste Holding der Welt

Die Treuhand begann ihre Arbeit. Das frühere Luftfahrtministerium an der Leipziger Strasse wurde zum Staat im Staat und für viele Ostdeutsche zum Inbegriff des Bösen. Die grösste Holding der Welt entstand, ihre Protagonisten hatten Carte blanche und die Versicherung, für nichts haftbar gemacht werden zu können. Niemand wusste, wie man eine Planwirtschaft in eine Marktwirtschaft überführt. Glücksritter kamen – wie im Jahr Eins Rohr die Conquistadoren ins Aztekenreich. Sie kauften für einen Pappenstiel Betriebe, verscherbelten teuer die Immobilien, die den Betrieben gehörten, und kümmerten sich einen Dreck um die Belegschaft und ihre Lebensleistungen. Es kamen auch ehrbare Kaufleute und Unternehmer, das gehört zur Wahrheit über die Treuhand. Sie hatte drei Probleme: Altlasten, Weltmarktentwicklungen und Stolz. Der Sozialismus war eine Reparaturwerkstatt gewesen. Wer aber brauchte sie noch, die Genies der Reparatur? Man brauchte Werkbänke, vor allem die verlängerten. Mit Bundesbürgschaften stiess sich manches faule Unternehmen aus dem Westen gesund. Die faulen Unternehmen des Ostens verschwanden. Die, die nicht faul waren, verschwanden oft auch. Auch der Westen hatte Interessen.

Die ehrbaren Unternehmer legten sich ins Zeug für Dinge und Ideen, die ihnen am Herzen lagen. Sie bürgten mit ihrem Vermögen und waren eben nicht nur böse Kapitalisten, das wurde im Osten nicht immer verstanden. Der Idealismus des Westens oft auch nicht. Anwälte hielten kostenlos Seminare für ihre ostdeutschen Kollegen. Pensionierte Richter gingen nach Leipzig und Dresden, um das Justizwesen aufbauen zu helfen. Nicht alle bekamen Buschzulage. Der gnadenloseste Raubtierkapitalismus wurde nicht selten von gewendeten Parteisekretären betrieben, die ihren Primitivmarxismus noch selber glaubten. Christian sagte: Es gab Geschenke, liebe Landsleute; schon vergessen? Geld, Sachwerte, Know-how … Wir sollten dankbar sein, auch dafür, dass das alles gewaltlos abging. Freilich, sagte Fabian, die meisten Wessis sind nett; aber ihnen gehören die Häuser.

Die Golden Gang um Biedenkopf übernachtete anfangs in der Sauna des Dresdner Hilton-Hotels. Auch mancher Wessi wurde übervorteilt, und über Stasi- und SED-Vermögen wird allzu selten nachgedacht. Wenn diese beiden so volksverbunden gewesen wären, wie sie immer behaupteten zu sein, hätten sie doch ihr aus dem Volk gepresstes Vermögen gerne unter diesem verteilen dürfen. Von diesem Solibeitrag hört man wenig. Den anderen zahlen alle Landesteile.

Im Sommer des Jahres 1991 reisten Christian und Muriel, Pfannkuchen und einige übriggebliebene Zirkuswagen auf Nebengleisen durch Deutschland. Die neue Währung war ein Jahr alt. Das erste Mal Paris, das erste Mal arbeitslos, das hatten viele Ostdeutsche inzwischen kennen gelernt. Christian sass auf dem Wagendach und roch den Duft des Heus, sah den ziehenden Wolken zu und war frei wie noch nie in seinem Leben. Er sah den Rhein, er sah die Elbe in Hamburg, den Hafen, von dem er seit Kinderzeiten geträumt hatte. Die Schiffe und die Segel hatte er immer schon geliebt. Er beschloss, Schiffsarzt zu werden.

Am 11. September 2001 stand er im Münchner Hauptbahnhof und sah auf einem Grossbildschirm die beiden in die Türme des World Trade Center rasenden Flugzeuge; die Menschen um ihn schwiegen, vor Entsetzen gelähmt. Seine Frau hatte an diesem Tag Geburtstag; sie hielt Blumen in der Hand; sie hatten einen Ausflug gemacht; sie bewohnten, mit einer schwarzen Katze, ein 24-Quadratmeter-Zimmer im Wohnheim Pettenkoferstrasse, direkt an den Unikliniken.

Neobabylonisches Berlin

An einem Junitag des Jahres 2013, dem Tag des Attentats von Sarajevo, ging Fabian, Filmvorführer, Rechtsanwalt, Chronist, den Jahrhundertweg, wie er ihn nannte. Er führte vom Finanzministerium in der Leipziger Strasse, früher Treuhand und Luftfahrtministerium, an der Vossstrasse mit den Resten der Reichskanzlei vorbei über die Wilhelmstrasse, Zentralort deutscher Geschichte, querte Unter den Linden; das Brandenburger Tor war zu sehen. Fabian ging durch die Luisenstrasse und die Charité in Richtung Hauptbahnhof. Er erinnerte sich an die Zeit, als der Prenzlauer Berg zum grössten Sanierungsgebiet Europas wurde, die Zeit der Hausbesetzungen, der Techno-Acts, der Gentrifizierung des Viertels, das ein Arbeiter- und Bohemebezirk gewesen war. Er dachte an Judith, die ihre Feinde unnachsichtig verfolgt hatte, ein weiblicher Robespierre. Sie hatte überall nur noch Verschwörungen und den langen Arm der Staatssicherheit am Werk gesehen.

Die Zeit war weitergegangen, und Judith nach Sarajevo, für eine Hilfsorganisation. Es war noch früh am Morgen. Berlin erwachte anders als seine Heimatstadt Dresden, das sich aus geruhsamem Schlaf zu strecken schien; Berlin erwachte aus flacher Betäubung, die vor Sonnenaufgang ihre Zeit hatte. Der Verkehr nahm zu. Hupen, Türenknallen, Sirenen, Flüche. Bissige Bemerkungen wie Wurfsterne gezückt und dem Gegenüber ins Gesicht geschmissen. Berlin war eine verlotterte Grosskatze, die aus der Deckung auf Beute sprang. Fabian sah auf die Brachen und versuchte sich zu erinnern, wo die Mauer gestanden und die Stadt geteilt hatte; wer von den Schülern, die in Richtung Kanzleramt unterwegs waren und ihre Smartphones checkten, konnte sich das noch vorstellen? Berlin; eine unsichere, kaffeebedürftige neobabylonische Stadt, die längst in die Zukunft unterwegs war und ihr scharfes Licht grüsste.

Zur gleichen Zeit fuhr Christian irgendwo zwischen Algeciras und Kapstadt auf dem Dreimastbramsegelschoner eines befreundeten Hamburger Architekten, dachte über die einfachen Dinge des Lebens nach, die die entscheidenden waren, als er, hoch über den Atlantikwellen zwischen Ober- und Untermarsraa klemmend, eine SMS von Anne, seiner Mutter, bekam.

Lieber Christian! Ich, ein Mädchen aus Bad Schandau bei Dresden, schwimme im Pool des Marina-Bay- Sands-Hotels und blicke über die Brüstung auf das in 200 Meter Tiefe unter mir wimmelnde Singapur. Manchmal kann ich nicht fassen, was uns passiert ist. Dass wir das geschafft haben. Dass das gelingen konnte. Was für ein verrücktes und grossartiges Leben wir haben! PS: Danke für die «Amigos»-DVD, haben sie uns gestern angesehen, die Musik von Morricone ist wirklich genial ;-)
(Tages-Anzeiger)

September 2014 "Der Turm" als Theaterfassung nun auch am Theater Greifswald

1. Juni 2014 Uwe Tellkamp beim LiteraTurm Festival in Frankfurt/M.

Unter dem Motto "Literatur und Zeit" beim Frankfurter Festival nahm Uwe Tellkamp im Mai an der Eröffnungsveranstaltung teil. Dabei gestand Tellkamp, daß er "die mittlerweile legendäre Winzermütze, die er bei der Buchpreisverleihung getragen hatte, in einem Gefängnis in Kopenhagen liegen gelassen" hat. Auf die Frage, wieviel Aktualität Literatur braucht, um Gegenwartsliteratur zu sein antwortete er: "Das Aktuelle ist genuin unliterarisch." Literatur könne nicht die Aufgabe haben, abzubilden, was gerade in der Welt passiere. "Der Schriftsteller ist von morgen, nicht von heute." (Christoph Schröder für journal-Frankfurt.de)

Vor dem Hintergrund seines Artikels über die Olsenbande in der FAZ wird klar, warum er sich in einem Kopenhagener Gefängnis aufhielt. 

3. April 2014 Erste Texte von "Lava" bei Lesung vorgestellt

Gestern fand in der Kirche Dresden-Weißer Hirsch eine Benefizveranstaltung zugunsten der Innenrenovierung der Kirche statt. Umrahmt von exzellent dargebotener Kammermusik las Uwe Tellkamp zwei Textpassagen aus dem Buch "Lava". Der Text war eine humorvolle Szene Ende der 80er Jahre im Turmviertel, bei der ein regelmäßig donnerstags stattfindendes Treffen eines "Freundeskreises Musik" im Haus des Musikkritikers Lothar Dähne und seines Lebenspartners, des Dirigenten Jens Jakob Risse in der Schlehenleite beschrieben wird. Eine illustre Runde mit Niklas Tietze, der Harfenistin Wilma Künzel, dem Arzt Kleine-Natrop u.a. diskutierte über Musik und Musiker im Allgemeinen und Bratscher der "Kapelle" im Besonderen, dabei knabberte man Äpfel aus dem Volkseigenen Gut Borthen und schlürfte Tee aus Bollhagen-Tassen. Der Ich-Erzähler ist nun nicht mehr Christian sondern sein Cousin Fabian Hoffmann. Dieser darf an diesem Abend, wie so oft, als Gasthörer lauschen, muß im Vorfeld die Äpfel schälen und während der Diskussion im Vorsaal die winterlich-vermatschten "Bodden" (sächsisch für Stiefel) der Anwesenden putzen ("dick mit Eg-gü einmassieren").
Uwe Tellkamp (im lavaroten Hemd) merkte an, das dieses Stück nicht typisch für den neuen Roman wäre, aber gut zu diesem Abend (einem Donnerstag) passen würde. Ebenso gab es keine Neuigkeiten zu einem eventuellen Erscheinungstermin. Herzlicher Applaus für die Musiker und Uwe Tellkamp beschloß den Abend.

     

April 2014 +++ Erste Informationen zu Lava +++

Heute sind erste autorisierte Informationen zum Fortsetzungsbuch "Lava" bekannt geworden:

- Fabian Hoffmann (nun Ich- und Haupterzähler des Romans) wird 1990 Mitarbeiter des DDR-Ministerpräsidenten Delanotte, er reflektiert im Buch immer wieder die  Vorwendezeit in Dresden-Weißer Hirsch und in Berlin-Prenzlauer Berg (man ahnt bei Delanotte die Parallelen zu Lothar de Maiziere, Fabian Hoffmann ist der Sohn von Hans Hoffmann, Toxikologe und Iris Hoffmann, technische Zeichnerin, wohnen im "Turm" im Haus Wolfsstein, A.H.)

- Christian Hoffmann beginnt noch 1989 ein Medizinstudium in Leipzig und arbeitet später als Arzt, unter anderem für Mediziner ohne Grenzen

- Meno Rohde arbeitet fortan im Berliner Hermes-Verlag und erlebt die Treuhandaktivitäten

- Anne Hoffmann geht als Bürgerrechtlerin  in die Politik und wird 1990 Mitglied der Volkskammer und später Ministerin

(Quelle: Sächsische Zeitung, 1.4.14)

März 2014 Habemus Lavam? Am 3. April 2014 liest Uwe Tellkamp um 20 Uhr im  Rahmen einer Benefizveranstaltung in der Kirche Dresden-Weißer Hirsch aus "Lava", der Fortsetzung des "Turm". Karten kosten 18/12 erm. und sind bei der Kirchgemeinde erhältlich. Ein Erscheinungstermin von "Lava" ist noch nicht bekannt.

Dezember 2013 Im neuen MERIAN ist eine Reportage über meine Turmtour zu finden. Auch sonst kann ich das lesenswerte Heft zur Einstimmung auf Dresden sehr empfehlen.

Oktober 2013  Am 21. November 2013 erscheint ein neues MERIAN Dresden-Heft, u.a. mit einem Bericht über die Turmtour.

September 2013 Wiederholung des preisgekrönten Fernseh-Zweiteilers "Der Turm" im MDR-Fernsehen am 3.10.13 ab 20.15 Uhr (beide Teile hintereinander).

Juni 2013: Am 17. Juni 2013 wurden beide Teile der Romanverfilmung ab 20.15 Uhr als Wiederholung in der ARD gezeigt.

Mai 2013: Am 2.6.13 wird zum letzten Mal die Dresdner Turm-Fassung im Staatsschauspiel gegeben. Uwe Tellkamp arbeitet derzeit intensiv an der Fortsetzung des "Turm", Arbeitstitel: "Lava".

April 2013: Baustart im Lahmann-Wohnpark war am 19. April 2013, die Wohnungen und Häuser gehen weg wie Dresdner Semmeln...

März 2013: Die Verfilmung von "Der Turm" erhielt in diesem Jahr den renommierten GRIMME-Preis - herzlichen Glückwunsch! Wer die Verfilmung noch nicht gesehen hat sei auf die DVD verwiesen, die im Handel erhältlich ist.

Februar 2013:  Claudia Michelsen (43) wurde mit der Goldenen Kamera von HÖRZU für Ihre Leistungen in "Der Turm" als beste deutsche Schauspielerin geehrt.

Januar 2013: In der FAZ vom 29.12.12 gab Uwe Tellkamp ein Interview und äußerte sich vor allem dazu, warum er eine Fortsetzung von "Der Turm" schreibt.

Oktober 2012: Die Verfilmung in der ARD erreichte enorm viele Menschen, die Einschaltquoten lagen beim Teil 1 bei 7,5 Millionen und bei Teil 2 bei 6,3 Millionen Zuschauern.

In der MDR-Figaro-Lesezeit waren zuletzt Ausschnitte von "Die Schwebebahn", gelesen von Sylvester Groth, zu hören.

Wie der Suhrkampverlag mitteilte liegt die "Turm" Gesamtauflage aktuell bei     750 000,
Auslandslizenzen: 15, Deutschsprachige Lizenzausgaben (Buch und Hörbuch): 5

DVD und blue ray der Turmverfilmung erschienen.

September 2012: In der überregionalen TV-Programmzeitschrift TV Today findet sich ebenso ein Hinweis auf die Turmtouren wie in der TV-Zeitschrift Prisma, welche 59 deutschen Tageszeitungen beiliegt.

Quelle: TV Today

Quelle: prisma

November 2012: Die Fernsehfassung erhielt den Publikums-Bambi. 

September 2012: Die Erstaufführung der Fernsehfassung von "Der Turm" für geladene Gäste ist für den 23.9. in Dresden und 28.9. in Berlin terminiert. Am 3.10. ist eine Festrede von Uwe Tellkamp im Sächsischen Landtag zum Tag der Deutschen Einheit angekündigt. Es wird sogar ein "Public Viewing" der Verfilmung am 3.und 4.10.12 im Elbehotel Demnitz stattfinden. Infos unter www.kulturhaus-loschwitz.de (Anmeldung erforderlich).

August 2012: Die Dresdner Theaterfassung von "Der Turm" läuft erneut im Fernsehen, diesmal 20.15 Uhr in 3Sat am Sa. 25.8.12

August 2012: Der Sendetermin für die Fernsehproduktion "Der Turm" steht fest! Der ARD-Zweiteiler wird am 3. und 4. Oktober 2012 im Ersten gesendet.

Ab 5.10.12 ist der Film als Blue ray im Handel erhältlich (172min., ca. 17 Euro (http://www.bluray-disc.de/blu-ray-filme/der-turm-2012-blu-ray-disc)

Juni 2012: Die "Turmtour" wird Forschungsgegenstand eines Graduiertenkollegs der Universität Siegen ("Locating Media"). Dies können Sie unterstützen, wenn Sie nach der Turmtour einen anonymen Fragenbogen ausfüllen.

Mai 2012: Die Potsdamer Neuesten Nachrichten berichten über eine Vorlesung Uwe Tellkamps an der FU Berlin ("Botenstoffe"). Darin äußert sich der Autor, dass er derzeit an einer Fortsetzung des "Turm" arbeitet (Arbeitstitel "Lava"), die die Zeit vom Fall der Mauer bis zur Jahrhundertwende, also 1989-1999 umfassen wird.

http://www.pnn.de/kultur/650822/

Dezember 2011: Auch in diesem Jahr waren die weihnachtlichen Turmtouren wieder ein Erfolg. Bereits Ende Oktober war der erste Termin ausgebucht, sodaß ein weiterer angesetzt wurde, der Anfang Dezember auch ausgebucht war. Beim Ausklang in der Villa Rosenhof fanden besonders die die Weihnachtszeit betreffenden Textstellen aus dem "Turm" Beachtung... Auch im Dezember 2012 wird es wieder eine solche Tour geben, Reservierungen ab sofort.

November 2011: Kürzlich gab es wieder eine Lesung mit Uwe Tellkamp. In Plauen/Vogtland las er aus " Der Turm", hier eine Besprechnung:

www.freiepresse.de/LOKALES/VOGTLAND/Erfolgsautor-Uwe-Tellkamp-erklaert-Plauen-zur-Heldenstadt-artikel7827353.php

November 2011: Artikel in der WELT von Tilman Krause vom 29.10.11

http://www.welt.de/print/die_welt/vermischtes/article13687044/Der-neue-Mensch-ist-der-alte.html

September 2011: Im Oktoberheft der Kundenzeitung Centaur

der Drogeriemarktkette ROSSMANN ist ein Interview mit Uwe Tellkamp erschienen.

Ende September und Anfang Oktober 2011 fanden in Dresden und Umgebung Filmaufnahmen statt. Die Bahnszenen wurden aber an der Schwebebahn und nicht an der Standseilbahn gedreht. Auch im alten Schloß Cotta bei Pirna wurde gedreht. TV-Sendetermin 3./4. Oktober 2012, das Budget beträgt stattliche 6,7 Mio. Euro! 

August 2011: nun werden "Filmgesichter" für die Verfilmung des Romans gesucht. Die Agentur Filmgesichter sucht ca. 500 Männer und Frauen jeden Alters, "die optisch in die DDR der 80er Jahre passen". Es wird zudem bekannt, daß Filmsequenzen in der Kleinstadt Tharandt gedreht werden sollen. Außerdem wird in der ehemaligen NVA-Kaserne Bad Düben gedreht.

Jan Josef Liefers als Richard H., Claudia Michelsen als Christians Mutter, desweiteren Götz Schubert als Meno, Nadja Uhl und Stephanie Stumph.

Juni 2011: Am 22./23.6.11 gastierte die Dresdner Fassung des "Turm" am Deutschen Theater Berlin bei den Autorentheatertagen Berlin

Mai 2011: Wie die Süddeutsche Zeitung heute (26.5.11) berichtet, soll die Verfilmung des "Turm" als TV-Zweiteiler noch in diesem Herbst starten. Regie führt dann Christian Schwochow (32 geb. in Bergen/Rügen, aufgewachsen in Leipzig und Ost-Berlin). Der aus Dresden stammende Jan Josef Liefers soll eine Hauptrolle übernehmen. Es wird eine Koproduktion von MDR und TeamWorxx.

Mai 2011: In der Spielzeit 2011/2012 wird auch das Anhaltische Theater Dessau den Uwe Tellkamps "Der Turm" zeigen. Premiere ist am 4.2.2011.

März 2011: Im Jahr 2012 soll es einen Fernseh-Zweiteiler von "Der Turm" geben, produziert vom MDR und TeamWorx. Sichtbare Aktivitäten lassen sich hier vor Ort aber noch nicht erkennen.

Auch in der neuen Spielzeit 2011/12 wird "Der Turm" im Staatsschauspiel Dresden zu sehen sein.

Februar 2011: Der Kulturkanal ARTE sendete die Dresdner Theaterfassung von Tellkamps "Der Turm" am 14.2.2011 um 22.15 Uhr.

26.1.11. Lahmann-Sanatorium vor Revitalisierung

Wie Dresdner Zeitungen dieser Tage berichten, steht die Sanierung des völlig maroden Lahmann-Sanatorium auf dem Weißen Hirsch bevor. Bereits ab Frühjahr 2011 will die Baywobau-Gruppe das Gelände wieder herrichten. Hier sollen Wohnungen und Praxen entstehen, als Investitionssumme wurden 40 Millionen Euro genannt. Man darf gespannt sein. Man rechnet derzeit mit drei bis vier Jahren Bauzeit. Nachtrag Juli 2012: Leider konnten die Bauarbeiten noch nicht beginnen, da verschiedene Naturschutzgutachten noch fehlen.

30.12.10 Weihnachtliche Spezial-Turmtour großer Erfolg

Die 2010 erstmalig angebotene "Weihnachtliche Spezial-Turmtour" wurde ein großer Erfolg und war an Winterromantik kaumzu überbieten. Zunächst erkundete die Gruppe (aus Ost und West, von 25 bis 80 Jahren bunt gemischt) das tief verschneite "Turmviertel" auf dem Weißen Hirsch um anschließend diese Tour am Lagerfeuer im Park der Villa Rosenhof bei interessanten Gesprächen fortzusetzen. Hier labte man sich an Glühwein und Bäcker Walthers Christstollen und genoß den tief verschneiten Elbhang und den Panoramablick über die Stadt. Auf der Tour trafen wir den Ortschronisten Horst Milde (im Roman Herr Malthakus) der zu berichten wußte, daß in den vergangenen 86 Jahren, die er jetzt auf dem Weißen Hirsch lebt, noch niemals solche Schneemengen von ihm gesehen wurden...

13. Dezember 2010: Turmtour-Sequenz im ARTE-Journal

Der deutsch-französische Kulturkanal ARTE brachte in seinem ARTE-Journal am heutigen Tag einen Bericht über das neue Tellkamp-Buch "Die Schwebebahn". Darin fanden auch meine Touren auf Tellkamps Spuren Erwähnung.

http://www.arte.tv/de/Die-Welt-verstehen/arte-journal/nav/3595544.html

 

Nikolaus 2010: Buchvorstellung "Die Schwebebahn" und Arte-Bericht

Am 5.12. fand im Dresdner Schauspielhaus die Buchvorstellung zu "Die Schwebebahn Dresdner Erkundungen" statt. Uwe Tellkamp las zahlreiche Kapitel vor und klärte anschaulich, was den Unterschied zwischen Licht, das ein ererbter Löffel ausstrahlt und dem eines 0815-Löffels ist. Derzeit wird bereits die dritte Auflage verkauft. Über das neue Buch und auch meine dazu konzipierte neue Tour wird der Sender Arte in wenigen Tagen (13.12.10, 19 Uhr im Arte-Journal) berichten. Die Dreharbeiten fanden am 5.12. statt.

November 2010: Besprechung zur "Turm"-Premiere in Wiesbaden

"... Andererseits wurden filmreife Szenen geboten. Eine davon, das original Dresdner Kaffeekränzchen, bekam sogar Szenenapplaus. Leser des Romans vermissen in dem Stück vielleicht die schrulligen Charaktere, die es derart wirklich nur in Dresden oder auf dem "Weißen Hirsch" gab und von denen Tellkamps Stoff lebt. Wer das nachholen will, kann sich ans Programmheft halten. Ganz hinten annonciert ein Dresdner Fremdenführer "Spurensuche auf dem Weißen Hirsch". (Quelle: dapd /Norkurier/22.11.10)

Oktober 2010: Kulturkanal ARTE wird die Dresdner Theaterfassung von Tellkamps "Der Turm" für das Fernsehen aufzeichnen. Der Sendetermin ist 14.2.2011 um 22.15 Uhr. Die Verantwortlichen fanden sich kürzlich zur Turmtour ein.

Oktober 2010: Uwe Tellkamp live: Uwe Tellkamps neues Buch "Die Uhr" wurde am 3.11.2010 ab 19.30 in Glashütte bei Dresden vorgestellt. Tickets und Infos unter www.glashuette-original.de  Der Autor war persönlich anwesend.

Am 15.11. wird das Buch "Schwebebahn-Dresdner Erkundungen" von Tellkamp im Suhrkamp-Verlag erscheinen.

September 2010: Uraufführung von Uwe Tellkamps "Der Turm" in Dresden

Die mit großer Begeisterung aufgenommene Uraufführung von Uwe Tellkamps "Der Turm" am Staatsschauspiel Dresden fand am 24.9.10 statt. Auch die Schauspieler um den Regisseur der Dresdner Fassung Wolfgang Engel und den Dramaturg Jens Groß ließen sich es sich im Vorfeld nicht nehmen, sich vom Originalschauplatz inspirieren zu lassen, auch wenn der Weiße Hirsch in der Bühnenfassung keine direkte Rolle spielt. 

Ein TV-Bericht, in dem auch die Turmtour Erwähnung fand, wurde auf 3Sat ("Foyer") ausgestrahlt. Wiederholungen liefen im ZDF Theaterkanal. 

Infos: www.staatschauspiel-dresden.de

Foto: A. Pein für FAZ

September 2010: "Turmtour" in der ZEIT

Sowohl am 26.8. als auch am 3.9.10 fand meine Turmtour in der Wochezeitung "Die ZEIT" Erwähnung. Zunächst im mehrseitigen Dresden-Dossier von Emanuel Eckart als auch in der Folgeausgabe im Reiseteil. 

März 2010 Ausstellung im Kulturhaus Loschwitz

Seit 2. März 2010 zeigt das KulturHaus Loschwitz einige meiner Photographien, die während der Erkundungen zur Turmtour am Elbhang entstanden sind. Sie sind herzlich eingeladen! Öffnungszeiten Di-Fr 10-18, Sa 10-14, So 11-16, läuft bis 21.8.2010

"Streifzüge durch das Turmviertel" Albrecht Hoch - Photographien nach dem Roman von Uwe Tellkamp

Oktober 2008 Deutscher Buchpreis 2008 für Uwe Tellkamps "Der Turm"

Der diesjährige Gewinner des Deutschen Buchpreises Uwe Tellkamp ist in Dresdens Stadtteil Weißer Hirsch aufgewachsen. Hier ist auch sein Roman angesiedelt. Es ist ein großes Vergnügen, auf Spurensuche zu gehen. So machte ich mich kürzlich auf, einige winterliche Impressionen für Sie einzufangen und hier zu zeigen.

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"Die Schwebebahn-Tour"

Literarische Tour nach dem Buch von Uwe Tellkamp "Die Schwebebahn - Dresdner Erkundungen" (Insel-Verlag)

Dauer: ca. 4,5-5 Stunden mit Gesprächs-Kaffeepausen, auch kürzere und längere Variationen sind möglich

Ablauf: Gang vom Hauptbahnhof zum Theaterplatz, Straßenbahnfahrt Altstadt-Leipziger Straße-Äußere Neustadt, Gang durch die Äußere Neustadt, Straßenbahnfahrt zum Weißen Hirsch, Gang durch den Weißen Hirsch. Preis n.V., 

Besprechungen zum Buch "Die Schwebebahn":

www.welt.de/print/wams/kultur/article10919991/Auf-Turm-Tour.html

www.tagesspiegel.de/kultur/mit-uwe-tellkamp-durch-dresden/2486392.html

www.ndr.de/kultur/literatur/buchtipps/nbdieschwebebahn101.html

www.neues-deutschland.de/artikel/186362.sesam-oeffne-dich.html?sstr=tellkamp

www.faz.net ("Eine hohe Schule des Sehens" von D. Schöttker, 6.1.11, via Suchmaske )

www.sueddeutsche.de/kultur/uwe-tellkamp-die-schwebebahn-stadt-land-stil-1.1049569

Video: www.arte.tv/de/Die-Welt-verstehen/arte-journal/nav/3595544.html

Hörfunkbeitrag Radio Bremen vom 15.1.11. : http://www.radiobremen.de/nordwestradio/sendungen/literaturzeit/literaturzeittellkamp104.html